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Protokoll der Himmelfahrtsfahrt 2020
35. Ausfahrt moderner Zeitrechnung

   Schon während der Ausfahrt im letzten Jahr stellte sich beim Protokollanten eine Vorfreude auf die diesjährige ein. Hatte doch Erwin in seinem Vortrag versprochen, nicht mehr überlokale Ereignisse im 30jährigen Krieg zu berichten, sondern uns in diesem Jahr zu ehemaligen (und vielleicht noch aktiven) Freudenhäusern im Saalkreis zu führen. Hätte man doch so Anregungen für Ausflugsziele an lauen Sommerabenden bekommen, von denen man zufrieden an den heimischen Herd zurückkehrt. Aber der Zweifel, ob dies tatsächlich Inhalt der Fahrt wird, begann bald zu nagen und stellte sich dann auch als berechtigt heraus. Es sollte wieder zu Kirchen und Friedhöfen gehen, wo vermeintliche Vorfahren der Hofestädtschen Sippe kulturgeschichtlich bedeutende oder kriminelle Spuren hinterlassen haben. Doch dann sollte alles noch anders kommen.

   Corona 19 läßt unserer Korona 35, so könnte man den Haufen bei der 35.Ausfahrt benennen, einen anderen Verlauf nehmen. Start ist um 10 Uhr, eine Zeit, die den alltäglichen Gewohnheiten der meisten Teilnehmer sehr entgegen kommt, am Waldkater. Der oben genannte Erwin hat mindestens zwei Gründe nicht zu kommen. 1. kommt er mit seiner angebotenen Tour nicht zum Zuge und 2. hätte er einen Orden bekommen, auf den er lieber verzichtet. So findet die Ordensverleihung als Einmannveranstaltung statt; Hoppi ehrt sich selber. Mehr Preiswürdige gibt es in diesem Jahr nicht.

   Erwins wird seinen Orden im nächsten Jahr bekommen, da führt kein Weg dran vorbei; aber es gibt bestimmt Hofestädtschen Mumien, die noch nicht ausreichend gewürdigt wurden. Und diese zu besichtigen wird, vom dann wieder alleinig Aufgabenlosen, als lohnenswerter als die Besichtigung von Freudenhäusern befunden.

   Und was ist noch anders als sonst? Niemand hat eine Aufgabe, alle fühlen sich völlig unbeschwert, können den Tag ohne Streß genießen, so wie Hoppi schon all die Jahre. Keiner muß befürchten, daß sein sorgfältig vorbereiteter Vortrag nicht abgerufen wird oder, mit dem dreifachen der eigenen Redezeit, durch einen anderen korrigiert und ergänzt wird; wobei der andere immer der eine ist. So kommt es zu sporadischen Beiträgen. Heinz schweigt und Bernd N. über die Natur des Lintbuschs, einfach so und ohne Ergänzung und Korrektur. Die Detflefs lassen ihre Instrumente erklingen, dem Kunstpfeifer flitzt der Stift nur so über den Skizzenblock, Theos Akku in der Kamera ist bald leer; und zu des Protokollanten momentanen Schaffen sänge der Bürgermeister beim Zar und Zimmermann:

                            Oh, wie schön die Worte fließen,
                            wie ein Bächlein über Wiesen.

   Mit einem kurzen Abstecher in Bernd N. Garten geht es zum Langeschen Anwesen in Lieskau. Hier eine Rast bei eiskaltem Bier unterm Nußbaum, herrlich! Dann führt uns Uwe L. zu einer heimlichen Wiese, versteckt im Gestrüpp. Hier wird gefrühstückt, es ist ja inzwischen 2 Uhr. Christian präsentiert ein spezielles Bräu, das er aufwendig organisiert hat und dessen Name mir entfallen ist. Das ist nicht weiter problematisch, da wohl niemand die Absicht hat es auch zu bestellen. Nennen wir es einfach Gebräu und loben Christians Engagement.

   Über Benkendorf geht es nach Salzmünde, wo uns Hoppi sein Ordensbier kredenzt. Daß Theo keins abbekommt, soll nur der Vollständigkeit halber bemerkt werden. Theo ist nicht nachtragend, vergißt aber nichts1. Durch heimliche Abgänge verändert sich schließlich die Teilnehmerzahl, da kann man sich schon mal verrechnen. Genaue Zahlen werden hier im Protokoll nicht genannt, um Ordnungsbehörden keine Anhaltspunkte für eventuelle Verstöße gegen geltende Regeln zu bieten.

   Weiter geht es nach Neuragoczi, wo uns der Filzhut mit Renate, Bier, Schmalzstullen und sauren Gurken erwartet. Der Kern fährt dann weiter nach Kröllwitz auf den Fuchsberg und der harte Kern dann noch zu Uwe L. in den Garten.

   Nun, was ist noch erwähnenswert? Doch auch mal Umstände, die nur bei ihrem Fehlen Erwähnung finden. Das Wetter war herrlich, der Wind kam nicht nur von vorn, Entfernungen und Anhöhen waren innerhalb einer altersgemäßen Toleranz. Der Planer der 36. Ausfahrt sollte dies beachten, wobei wir ihm nur schlechtes Wetter nicht ankreiden könnten. Bedenke: Auch ein guter Altmarschall muß auf die Wünsche seines Stabs achten.

Jochen

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1 Der Protokollant war zunächst positiv berührt, in diesem Jahr kein auffälliges Verhalten von Addel der Welt mitteilen zu müssen. Leider stellte sich heraus, daß dieser aber an jener Fehlbestellung ursächliche Schuld trägt. Also in dieser Beziehung nichts neues unter der Sonne.

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